Medienspiegel
6. Dezember 2021

Inflation wird hoch bleiben

»Die Inflation ist gekommen, um zu bleiben.« Das »Bantleon Chefvolkswirt« Dr. Daniel Hartmann beim Finanzmarkt-Round-Table der Neuen Zürcher Zeitung gesagt. »In Europa dürften sich die Inflationsraten in den nächsten Jahren bei über 2% einpendeln, in den USA bei über 3%. Der Kostendruck, den wir jetzt sehen, ist noch gar nicht an die Endverbraucher weitergegeben worden.« Viele Konsumgüterhersteller hätten erst für das nächste Jahr höhere Preise angekündigt. Zudem dürften die Gas- und Strompreise in Deutschland erst im nächsten Jahr richtig steigen. Gleichzeitig würden sich die aktuellen Angebotsengpässe nicht so schnell auflösen. »Vieles spricht dafür, dass wir aktuell einen Strukturbruch erleben«, stellte Hartmann fest. »Aufgrund des demografischen Wandels schrumpft die Zahl der Erwerbsbeschäftigen weltweit. Das spricht für ein steigendes Lohnwachstum. Auch dürfte die Fiskalpolitik sehr expansiv bleiben.«

Ein weiterer Inflationstreiber seien die Rohstoffpreise: »In den vergangenen Jahren wurde zu wenig in Kohle-, Gas- oder Öl-Explorationen investiert. Deshalb steigen jetzt die Preise, und das wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern. Der Inflationsdruck wird hoch bleiben.« Hinzu komme die Deglobalisierung. »Die Unternehmen sind jetzt darauf aus, ihre Lieferketten sicherer zu machen – Risikoüberlegungen rücken in den Vordergrund und lassen die Produktionskosten steigen«, erklärte der Chefvolkswirt.

Die hohe Inflation werde dazu führen, dass die Renditen in der Eurozone steigen: »Wenn wir nächstes Jahr sehen, dass die Inflationsrate eben doch nicht so schnell sinkt, dann wird der Druck auf die EZB zunehmen, die Wertpapierkäufe zurückzuführen und eine Leitzinserhöhung für 2023 vorzubereiten.« Damit werde auch Italien als relativ hoch verschuldeter Peripheriestaat der Eurozone klarkommen, stellte Hartmann fest. »In den kommenden Jahren wird das nominale Wachstum in Italien recht hoch sein und auch die Steuereinnahmen werden anziehen. So kann Italien einen gewissen Zinsanstieg verkraften und trotzdem Schulden abbauen.«

Das vollständige Interview können Sie hier lesen.

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