Mit Wandelanleihen können Anleger gut an der Entwicklung von Wachstumsunternehmen teilhaben, ohne die Risiken von Aktien zu tragen. Das hat Oliver Gasser, CEO und Leiter Portfoliomanagement der Bantleon Convertible Experts AG, im Interview mit dem Magazin Das Investment gesagt. Demnach zählen vor allem asiatische Wachstumsunternehmen zu den Emittenten: »Alibaba beispielsweise kam 2024 erstmals in den Markt und hat inzwischen drei Anleihen platziert.«
Obwohl es derzeit keine konkreten geopolitischen Risiken gebe, die sich negativ auf Wandelanleihen auswirken können, müsse man China regional beobachten. »Ein potenzielles Risiko sehen wir bei chinesischen Tech-Unternehmen, deren weitere Entwicklung wir genau verfolgen«, erklärte Gasser. »Wir schätzen die Lage in diesem Segment aktuell aber eher positiv ein und bleiben deshalb investiert. Andere Schwellenländer wie Venezuela sind kein Thema bei den Wandelanleihen.« Von den Sektoren her seien die aktuellen Unsicherheiten bei den Zollverhandlungen mit den USA aber weniger relevant, weil Pharmakonzerne wie Roche oder Novartis mit Top-Ratings keine Wandelanleihen emittieren. Das gelte auch für Luxus-Unternehmen oder etablierte Automobilhersteller. »Der Vorteil an der Anlageklasse ist, dass solche Unsicherheiten durch die Struktur der Wandelanleihen abgefedert oder eliminiert werden können«, erklärte Gasser.
Auch bei den typischerweise tiefen Ausfallraten gebe es keinen Grund zur Sorge. Zwar seien viele Emissionen aus dem Jahr 2020 mit fünf Jahren Laufzeit kürzlich ausgelaufen. »Aber wir rechnen nicht mit einer steigenden Ausfallrate. Viele Unternehmen können sich aktuell relativ günstig refinanzieren, wenn es nötig ist.«
