Wandelanleihen haben trotz bereits hoher Bewertungen weiterhin gute Chancen für eine Fortsetzung ihrer starken Performance. Das hat Oliver Gasser, CEO und Leiter Portfoliomanagement der Bantleon Convertible Experts AG, im Interview mit dem Magazin Cash gesagt. Gründe dafür seien die robuste Konjunktur, ein dynamischer Neuemissionsmarkt, die steigende Qualität der Emittenten sowie neue Wachstumsthemen wie Künstliche Intelligenz, digitale Vermögenswerte und Seltene Erden.
Nach einer Rendite von 23,6% im Jahr 2025 habe das globale Wandelanleihensegment 2026 bereits rund 19% zugelegt und damit globale Aktien deutlich übertroffen. Gasser erwartet langfristig weiterhin attraktive Risiko-Ertrags-Eigenschaften und eine durchschnittliche Rendite von etwa 7% pro Jahr. Besonders die wirtschaftliche Erholung in den USA und Europa sowie mögliche neue Aktienmarkthöchststände könnten den Markt unterstützen, da Wandelanleihen stark von der Entwicklung der zugrunde liegenden Aktien profitieren.
Ein zentraler Treiber ist Gasser zufolge der starke Primärmarkt. 2025 war demnach beim Emissionsvolumen das beste Jahr seit fast zwei Jahrzehnten und auch 2026 bleibe die Nachfrage hoch. Dabei verschiebe sich der Markt zunehmend in Richtung höherwertiger Emittenten: Der Anteil von Investment-Grade-Wandelanleihen stieg seit 2021 deutlich, stellte Gasser fest. Neue Emissionen sorgen ihm zufolge für zusätzliche Auswahl und erhalten die Konvexität der Anlageklasse.
Besonders der KI-Investitionszyklus könne weitere Impulse liefern. Der steigende Kapitalbedarf großer Technologieunternehmen für Infrastruktur und Energieversorgung eröffne neue Chancen für Wandelanleihen. Gleichzeitig schafften Hedgefonds mehr Preisdisziplin und effiziente Marktmechanismen, während sich die Mittelzuflüsse von Long-only-Investoren nach einer langen Schwächephase wieder erholten.
Auch die gestiegene Liquidität und höhere Handelsvolumina sprechen für einen reiferen Markt, erklärte Gasser. Die aktuelle Phase erinnere in vielerlei Hinsicht an das »Goldene Zeitalter« von Wandelanleihen zwischen 2003 und 2007. Damals ermöglichten hohe Liquidität, attraktive Bewertungen und starke Nachfrage überdurchschnittliche Renditen – Bedingungen, die Gasser auch für die kommenden Jahre wieder sieht.
