Im Interview mit dem Finanzportal Cash.ch hat »Bantleon Chefvolkswirt« Dr. Daniel Hartmann sich zuversichtlich zur jüngsten Eskalation zwischen den USA und der EU geäußert: »Gesamthaft gehe ich davon aus, dass sich am Ende doch wieder alles einrenkt, so wie bei den Zollverhandlungen mit China im letzten Jahr. Irgendwann wird für alle ersichtlich, dass es zu nichts führt und es nur Verlierer gibt. Außerdem hat Trump meistens doch darauf reagiert, wenn die Finanzmärkte stark unter Druck geraten sind.«
Die einzigen zwei sicheren Häfen seien derzeit der Schweizer Franken und Gold. »In alles andere haben Anlegerinnen und Anleger kein richtiges Vertrauen mehr, sprich weder in US-Treasuries, deutsche Bundesanleihen noch den Dollar«, stellte Hartmann fest. »Auch wenn es vorerst schwierig bleibt, erwarten wir in unserem Basisszenario eine Beruhigung und alles pendelt sich wieder ein. Insbesondere gehen wir davon aus, dass es zu einer namhaften konjunkturellen Erholung in der Eurozone – speziell in Deutschland – kommt.«
Die konjunkturelle Erholung sollte dazu führen, dass europäische Aktien 2026 gut abschneiden und die anderen Märkte outperformen. Dafür spreche nicht nur die stärkere zyklische Erholung, sondern auch die vergleichsweise tiefe Bewertung. Gleichzeitig werde der Aufwärtsdruck bei den Renditen von Staatsanleihen anhalten: »Es wird noch einen moderaten Renditeanstieg geben. Wir erwarten bei den 10-jährigen Bunds respektive deutschen Staatsanleihen dann in der Spitze eine Rendite von etwa 3,30%.«
