Analyse |
17. August 2010 |
Der ZEW-Index hat im August — wie von uns erwartet — seinen Abwärtstrend fortgesetzt. Das Barometer, das die Konjunkturerwartungen für Deutschland in den kommenden sechs Monaten misst, sank von 21,2 auf 14,0 Punkte. Dabei handelt es sich bereits um den vierten Rückgang in Folge bzw. das neunte Minus in den vergangenen zehn Monaten. Der langjährige Mittelwert von 27,3 Punkten wird inzwischen deutlich unterschritten (vgl. Abbildung).
Auch für die USA, Japan und Grossbritannien zeigten sich die Finanzmarktinvestoren skeptischer. Die jeweiligen Teilindices verbuchten allesamt weitere Rückschläge und erreichten neue zyklische Tiefststände. Als einziges aus der Reihe tanzte das EUR-Barometer, das sich von seinem Tief im Juli erholte und von 10,7 auf 15,8 Punkte zulegte. Darin dürfte sich vor allem die Erleichterung widerspiegeln, dass die EUR-Staatsschuldenkrise in den vergangenen zwei Monaten nicht weiter eskaliert ist.
Quellen: OECD, Deutsche Bundesbank, Bantleon
Die Binnennachfrage kann dem wenig entgegensetzen. Wir rechnen zwar mit einem anziehenden Lohnwachstum und einem Ausklingen der negativen Nachwirkungen der staatlichen Abwrackprämie. Zu mehr als einer moderaten Konsumbelebung dürfte es aber nicht reichen. Anfang 2011 kommen überdies Belastungsfaktoren wie die Erhöhung der Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge hinzu.
Immerhin dürfte der private Verbrauch aber in den kommenden Quartalen Zuwächse verbuchen, während der Konsum in anderen Euroländern – als Folge der restriktiven Fiskalpolitik – anhaltend schrumpfen wird. Wir gehen daher trotz Exportabschwächung weiterhin von einer Outperformance Deutschlands innerhalb der Eurozone aus.
Deutschland wird sich der globalen Abkühlung nicht entziehen können
Quellen: ZEW, Deutsche Bundesbank, Bantleon